Mittwoch, 16. Juni 2010

Meldung aus dem Lazarett

Erst mal ein Rückblick. Mangels Privatversicherung und aufgrund akuter Unlust, pro Tag 90 Tacken für Einzelzimmerbelegung hinzublättern lag ich in einem 3-Bett-Zimmer. Nicht wirklich dolle... aber es gibt auch wirklich schlimmeres.

(Ich landete übrigens im gleichen Zimmer und sogar gleichen Bett wie im Februar *g*)

Rechts neben mir lag zuerst eine überaus nette Dame aus Armenien. Sie hatte die gleiche OP wie ich, bloß mit dem Glück, ohne Bauchschnitt auszukommen. Sie war wahnsinnig freundlich, zuvorkommend, aufmerksam und fürsorglich. Der Wahnsinn. Sehr angenehm und wohltuend.
Abgelöst wurde sie von einer ebenso netten und sympathischen Russin auch Kasachstan.
Mit beiden Frauen hatte ich schöne Gespräche und wir konnten auch prima mit- und nebeneinander schweigen.

Anders sah die Sache mit der Dame links neben mir aus.
Hut ab vor alleinerziehenden Müttern von 6 Kindern, die auf jeden Cent achten müssen. Ich habe Mitleid mit Menschen, die in den ältesten und zerrupftesten Klamotten rumlaufen. Mein Verständnis beginnt zu wanken, wenn es offenbar nur ein einziges Paar sehr löchriger Strümpfe gibt, die 5 Tage getragen werden. Wenn eine solche Person dann in sehr regelmäßigen Abständen nach draußen geht, um zu rauchen.... aber nur ein einziges Mal in 5 Tagen den Weg zur Dusche findet... dann finde ich es einfach nur noch *börks*

Wenigstens hatte sie nix dagegen, das Fenster immer sehr weit geöffnet zu halten *seufz*

Egal. Ist vorbei. Ich bin zu Hause. Hier schnappt sich jeder täglich frische Unterwäsche und Socken und die Dusche wird ebenso häufig frequentiert. Darüber bin ich sehr dankbar :)

Noch kurz zu meinem aktuellen Zustand. Ich kam zwar schnell wieder auf die Beine, aber jetzt scheint das alles etwas zu stagnieren. Laut Docteuse aber kein Grund zur Beunruhigung. Die Abschlussuntersuchung war völlig in Ordnung. Die Beschwerden (und Schmerzen), die ich habe, darf ich haben. Sie sind situationsbedingt normal. Nicht wirklich schön... aber normal. Aber dagegen gibt es ja Schmerzmittel und ich habe keine Angst, sie ungeniert einzuwerfen!

Mehr zu schaffen macht mir, dass ich mich einfach nur schwach fühle. Ich liege die meiste Zeit irgendwo rum. Hinlegen und aufsetzen tut weh. Langes Sitzen auch. Längeres Stehen ebenso. Und ich bin innerhalb eines Wimpernschlags erschöpft. Als brauche mein Körper sämtliche Kraft, um zu heilen. So isses wohl auch... aber es fühlt sich doof an. Ich kenne mich so nicht und es fällt mir schwer, das zuzulassen. Im Krankenhaus war das kein Problem. Da hatte ich außer Rumliegen eh nix zu tun. Aber zuhause fällt es mir wirklich schwer. Keine Bange - ich tu's trotzdem. Weil mein Körper mir deutlich sagt, dass er es braucht *seufz*

Kommentare:

  1. Tu dir selbst den größten Gefallen - du hast es ja schon erwähnt - höre auf deinen Körper! Jeder Ehrgeiz ist jetzt fehl am Platz. Leg dich in die Sonne und lass die Seele baumeln. Die Welt braucht dich zwar noch, aber sie kommt auch mal ohne dich aus. :-)

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  2. Huhu Schäfchen!
    Immer schön mit der Ruhe! Was nicht geht, geht halt nicht. Ichkenn es aus eigener Erfahrung. Die 1. Op war "nur" der Eierstock, war aber Not OP und hat danach lange, wirklich lange gedauert bis ich wieder richtig auf dem Damm war! Beim 2. mal, 2 Jahre später dann alles raus und da ging es viel flotter! Also lass Dir Zeit!! Egal ob es 4 Wochen oder 4 Monate dauert, zu Deiner "alten Form" findest Du bestimmt wieder zurück!
    LG und gute Besserung
    Gaby

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  3. Liebes Schäfchen - nimm dir die Zeit die dein Körper braucht - so eine OP ist kein Pappenstiel! Du wirst merken, dass mit der Zeit Stück für Stück dein alter Schwung zurückkommt - versuch die Ruhezeit einfach ein bisschen zu genießen! Du wirst dich irgendwann danach zurücksehnen, wetten?
    Ich wünsch dir weiter gute Besserung und nur noch die Hälfte Hummeln im Popo!

    *knullz Marie

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  4. Schäfchen, gib Deinem Körper was er jetzt dringend benötigt: Ruhe und Gelassenheit. Lass ruhig mal etwas liegen.
    Und zu Deinem Situationsbericht: einfach top. Ich kann alles verstehen, auch mal ein Loch im Strumpf - aber Unsauberkeit muß nicht sein und ekelt mich regelrecht an.
    Weiterhin gute Besserung und sei bitte nicht zu ungeduldig mit Dir
    Irmi

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  5. Gute Besserung von Herzen!! Alles wird gut!

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  6. Dein Körper hat soeben eine Narkose hinter sich gebracht. Das ist schon anstrengend genug. Dann hat er den Auftrag bekommen auch noch zu heilen. Mehr geht nun wirklich nicht!

    Also lehn Dich zurück, nimm Buch/Fernseher/iPad zur Hand und lass Deinen Körper seine Arbeit tun!

    Das ist ein Befehl:-)

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  7. Hallo,
    ich hatte vor einigen Jahren die gleiche OP und mir ging es ganz genauso. Wollte ich die Wohnung verlassen, war ich schon allein vom Anziehen von Jacke und Schuhen dermaßen k.o., dass ich gleich wieder umkehren wollte. Bestimmte Bewegungen - z.B. Öffnen der S-Bahn Tür - machten mir noch lange zu schaffen. Nach 3 Monaten fiel mir zu Hause die Decke auf den Kopf und ich ging auf eigenen Wunsch und aus finanziellen Gründen wieder voll arbeiten. Zu Hause fühlte ich mich ja stark, aber das Arbeiten war sehr sehr anstrengend und eigentlich doch zu früh.
    Ich kann dir nur raten, alles langsam anzugehen, dich richtig zu erholen und das zu-Hause-sein zu genießen. Und wenn du kannst, bleib solange zu Hause, wie die Ärzte es dir raten.
    Ich wünsche dir gute Besserung.
    Silke (bislang nur stille Leserin)

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  8. @ all:
    Vielen lieben Dank für eure guten Wünsche. Ich bin ganz artig und brav. Ich schone mich und ruhe ganz viel. Ich will ja schnell wieder auf die Beine kommen... und vor allem sollte ich vor meinem Urlaub den Im-Krankenschein-hochgehäuften-Arbeitsstapel abgearbeitet haben *grins*

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  9. Bald ist alles wieder gut, bestimmt. Plapperflummi bringt dich schon auf Trab, da bau ich drauf!

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