Erst mal ein Rückblick. Mangels Privatversicherung und aufgrund akuter Unlust, pro Tag 90 Tacken für Einzelzimmerbelegung hinzublättern lag ich in einem 3-Bett-Zimmer. Nicht wirklich dolle... aber es gibt auch wirklich schlimmeres.
(Ich landete übrigens im gleichen Zimmer und sogar gleichen Bett wie im Februar *g*)
Rechts neben mir lag zuerst eine überaus nette Dame aus Armenien. Sie hatte die gleiche OP wie ich, bloß mit dem Glück, ohne Bauchschnitt auszukommen. Sie war wahnsinnig freundlich, zuvorkommend, aufmerksam und fürsorglich. Der Wahnsinn. Sehr angenehm und wohltuend.
Abgelöst wurde sie von einer ebenso netten und sympathischen Russin auch Kasachstan.
Mit beiden Frauen hatte ich schöne Gespräche und wir konnten auch prima mit- und nebeneinander schweigen.
Anders sah die Sache mit der Dame links neben mir aus.
Hut ab vor alleinerziehenden Müttern von 6 Kindern, die auf jeden Cent achten müssen. Ich habe Mitleid mit Menschen, die in den ältesten und zerrupftesten Klamotten rumlaufen. Mein Verständnis beginnt zu wanken, wenn es offenbar nur ein einziges Paar sehr löchriger Strümpfe gibt, die 5 Tage getragen werden. Wenn eine solche Person dann in sehr regelmäßigen Abständen nach draußen geht, um zu rauchen.... aber nur ein einziges Mal in 5 Tagen den Weg zur Dusche findet... dann finde ich es einfach nur noch *börks*
Wenigstens hatte sie nix dagegen, das Fenster immer sehr weit geöffnet zu halten *seufz*
Egal. Ist vorbei. Ich bin zu Hause. Hier schnappt sich jeder täglich frische Unterwäsche und Socken und die Dusche wird ebenso häufig frequentiert. Darüber bin ich sehr dankbar :)
Noch kurz zu meinem aktuellen Zustand. Ich kam zwar schnell wieder auf die Beine, aber jetzt scheint das alles etwas zu stagnieren. Laut Docteuse aber kein Grund zur Beunruhigung. Die Abschlussuntersuchung war völlig in Ordnung. Die Beschwerden (und Schmerzen), die ich habe, darf ich haben. Sie sind situationsbedingt normal. Nicht wirklich schön... aber normal. Aber dagegen gibt es ja Schmerzmittel und ich habe keine Angst, sie ungeniert einzuwerfen!
Mehr zu schaffen macht mir, dass ich mich einfach nur schwach fühle. Ich liege die meiste Zeit irgendwo rum. Hinlegen und aufsetzen tut weh. Langes Sitzen auch. Längeres Stehen ebenso. Und ich bin innerhalb eines Wimpernschlags erschöpft. Als brauche mein Körper sämtliche Kraft, um zu heilen. So isses wohl auch... aber es fühlt sich doof an. Ich kenne mich so nicht und es fällt mir schwer, das zuzulassen. Im Krankenhaus war das kein Problem. Da hatte ich außer Rumliegen eh nix zu tun. Aber zuhause fällt es mir wirklich schwer. Keine Bange - ich tu's trotzdem. Weil mein Körper mir deutlich sagt, dass er es braucht *seufz*